Samstag, 6. Oktober 2012

Über das Loslassen, Die Kunst einen Schal zu tragen & 1 post scriptum



....vordergründig mag es in dieser wunderbaren Animation
um die Obsession des Strickens gehen,
schon alleine diesem Umstand wäre auf höchst künstlerische 
& zugleich unterhaltsame Art Genüge getan,
aber ich sehe BedeutungsSchichten dahinter.
Ich glaube es geht vielmehr um das Loslassen 
von Werten, Konzepten & Errungenschaften, 
 von denen man glaubt, sie während seines Lebens ansammeln,
daran festhalten & für sich beanspruchen zu können.
Manche davon mögen sogar durchaus ein Bewahren um jeden Preis rechtfertigen,
bei anderen ist es vielleicht besser, 
das Ablassen davon zumindest zu überdenken,
damit uns längst überholte Muster & Gewohnheiten nicht in den Abgrund ziehen,
ohne dass wir auch nur einen Moment die Wahl haben, 
uns unterwegs anders zu entscheiden
& an den Entscheidungen zu wachsen.
Warum nicht die Schere nehmen,
einen Schnitt machen & uns trennen von dem,
was wir für unabdinglich halten?
Zumindest im Kopf!
Auch das kann schon neue Türen öffnen.

Aber oft wissen wir gar nicht genau, woran wir festhalten
& solange wir darüber keine Klarheit haben,
können wir es auch nicht SEIN lassen,
bis ...... ja, bis wir unter uns den Abgrund spüren.....

Gewohnheiten & Zwänge sind oft machtvoll 
wie ein Kerker aus Luft,
der uns trotzdem am Atmen hindert!






Was das mit 
Der Kunst einen Schal zu tragen 
zu tun hat?
Sehr viel!
Wieviele Schals braucht eine Frau in ihrem Kasten,
& wieviele Schals kann unsere Welt noch vertragen?
Und vor allem: müssen sie alle gleich aussehen?





Warum nicht einfach das Konzept des Schals erweitern?
Um Ärmel, zum Beispiel!
Schon hat man ein vergnügliches, verspieltes Kleidungsstück
voller Überraschungen & Möglichkeiten!
Gott liebt die Vielfalt,
sonst hätte er nicht die Giraffe, 
die Schnecke & den Löwen geschaffen,
für einen bunten Schmetterling ist auch noch ein Platz frei in Gottes Schöpfung
& ich vermute ganz stark 
auch für einen kleidsamen, wärmenden Schal mit Ärmeln!



Zugegebenermaßen war es sehr verführerisch, 
an diesem Konzept fest zu halten,
statt dessen habe ich lieber ein Fest gehalten 
& diese höchst lustvolle Serie auf ihrem Höhepunkt
zugunsten einer neuen Idee der Verwandlung verabschiedet.
Man sollte eben wissen, wann man den nächsten Schritt setzt,
damit die Reise weitergehen kann
& man selber auch!

Mein SchalMitÄrmel Projekt hat mir 9x 
große Freude & Begeisterung in allen Farbnuancen beschert,
mich mit Spielarten & Grenzüberschreitungen überrascht
& mich schließlich auf neues Terrain geleitet.

Jetzt, nach einigen Jahren & viele Erfahrungen später
spüre ich wieder den Geist der Anfängerin
& werde diese Linie wieder aufgreifen,
voller Neugierde & Leichtigkeit!

Wer nicht warten will,
bis ich weitere Kostproben einstelle,
der möge sich hier verSuchen

P.S. (nicht wie in "Pferdestärke" sondern wie in "post scriptum",
das sind die Bemerkungen, die immer am Schluß kommen
& die selten jemand liest - oder anschaut....)

Apropos Schal.....
....warum nicht gleich die Nadelstärke wechseln,
sagen wir eine 70-er auf der Pfaff?!




Zutaten:
 2 Blusen vom Flohmarkt,
Vintagespitzen & Häkeldecken von ebendort,
Vorhangstoff von meinem Nachbarn Oliver,
seines Zeichens großzügiger Tapezierer,
außerdem allerhand Unfug,
den meine Nähmschine eingesaugt hat,
weil sie manchmal glaubt, 
sie sei ein Haushaltsgerät für ebenjenen Zweck,
ein paar vergilbte Rosen aus Dornröschen, 
aber leider nicht der Prinz
dafür aber eine sanfte Prise Samarkand
von Al Gromer Khan,
deswegen heißt dieses Teil auch so,
nämlich "The Samarkand Run"


Donnerstag, 4. Oktober 2012

Undine geht an Land



Aus Undines songbook


Undine geht in Song Nr.2
an Land
& findet seltsame Geschichten




Wünsche aus Wassertropfen
zart & zerbrechlich 
wie die Glasperlen in ihrem Kleid






Sterne die am Ufer schwimmen
lichttrunken wie Sonnenblumen

 Hoffnungsfunken
die hinter Tränen
funkeln
die nicht die ihren sind






Sehnsucht
die wie Feuer brennt
aber nicht wärmt





einen Brautschleier
der im Schnabel einer Seemöve
Richtung Himmel zieht
als wäre er dort zu Hause

....und in der Ferne ein Kinderlachen
wie ein vertrautes Lied 
aus ihren Träumen



Dienstag, 2. Oktober 2012

Frau in Darstellende Geometrie gehüllt


Lebende Skulptur
im Foyer des Institutes 
für putomatopoetische interstellare Raumentwicklung
unter Berücksichtigung schiefer Ebenen
& schräger Einfälle, die sich,
entgegen bislang bekannter Auffassung
nicht an die Schwerkraft halten,
was aber für dieses spezielle Auftragswerk,
für das leider nur minimalistisch wenig Steuergeld verschwendet wurde, 
von keinerlei Relevanz ist.

Allgemein gültig ist vielmehr,
dass die gezielte Anwendung
geometrisch-konstruktiver Verfahren von Projektionen 
 dreidimensionaler Objekte 
auf eine zweidimensionale Darstellungsebene,
also der Hauptdomäne darstellender Geometrie,
trotz breiter Fächerung ausgeklügeltster interdisziplinärer Methoden
im großen & ganzen & leider auch im Detail
gänzlich fehlgeschlagen ist.

Was wir keineswegs bedauern!

Vielmehr dokumentiert die vorliegende,
oder sagen wir besser, vorstehende,
noch genauer, uns allen bevorstehende, lebende Figurine
all diejenigen Transformationen, 
die bestimmte Eigenschaften nicht zerstören,
sondern sie regelrecht zum Erblühen bringen,
und das alles ohne regelmäßige Verabreichung von H2O,
was ganz leicht am südlichen Ende der Kreation
im floralen Bereich erkannt werden kann.
Wenn man will!



  Durch meisterhaft berechnete & exakt durchgeführte
Parallelverschiebungen & virtuose Drehung bzw. Spiegelung 
in einer zweidimensionalen euklidischen Geometrie,
verändert sich auf fast magische Weise 
aber leider gänzlich unwissenschaftlich
 die Lage der Ärmel in Relation ihrer Abstände zu Punkten,
von denen niemand genau weiß,
wo sie umgehen,
weder die Ärmel wissen das, noch deren Spiegelungen,
geschweige denn die Relationen,
die einzigen, die sich wirklich auskennen sind die Punkte,
aber die sind leider viel zu klein & in der absoluten Minderheit.
Außerdem können sie keine Noten lesen.




 Umgekehrt ist jede Transformation, 
die die Abstände von Punkten nicht ändert,
oder sich einer Zusammensetzung von Parallelverschiebungen, 
Drehungen und Spiegelungen verweigert,
gelinde gesagt stinklangweilig,
was wiederum für unser Foyer 
äußerst ungünstige transakustische Konsequenzen zeitigen würde.
Deshalb neigen wir eher dazu, 
das Zeitliche zu segnen,
je zeitiger desto wärmer,
was unserem Institut vielleicht auch noch 
eine vorteilhafte Energiebilanz verschaffen könnte.
Auch ohne unseren Segen.
Wer braucht den schon?

Am allerwenigsten
Die Frau in Darstellende Geometrie gehüllt!




Zum Abschluss dieser streng geometrischen Betrachtungen
denen leider zur Gänze die Grün & Blautöne fehlen,
erlauben wir uns noch eine Vorschau auf unser nächstes Seminar,
das sich der brennenden Frage widmet:
Können Badewannen singen,
& wenn ja, bei welcher Temperatur ?


Für leibliches Wohl, wenn auch nicht das Ihrige, 
sowie tangentiale
in pannonischer Schräglage
ist wie immer ausreichend gesorgt!


Sonntag, 30. September 2012

Zorro´s blues & my greens


Ein herzhafter Liebesroman aus der Heimat
aber nicht aus meiner 
sondern aus der von Zorro,
Calexico  genannt,
wo ich selber nie gewesen bin,
- viel zu heiß dort für mein Alter!






Außerdem wäre dieses Outfit nicht Kakteen-tauglich,
oder eigentlich umgekehrt,
die Kakteen in den sonnenversengten Wüsten dieses antialpinen Terrains 
sind evolutionsbedingt noch nicht auf Begegnungen 
mit unerträglichen & noch dazu untragbaren Kreationen 
wie der hier abgelichteten vorbereitet, 
- das dauert im Schnitt einige Jahrtausende,
haben mir nicht strickende Mitmenschen erzählt -
& so lange habe nicht einmal ich Zeit.
Kakteen vielleicht schon,
Schildkröten womöglich auch.
Aber darüber liegen noch keine Studien vor.
Nur sehr unglaubhafte Schätzungen,
aber die stammen wieder samt & sonders
von kreativen Mitbürgern
& denen traue ich nicht so recht,
außer alles zu
& das auch nur dienstags.
Und den gibt es nur 1 x /Woche.
Hier in den Alpen, dort wo ich zu Hause bin,
gedeihen noch keine Kakteen,
deswegen sind sie auch so vorzüglich an meinen Unsinn angepasst.
Dafür gedeihe ich hier ganz gut.
Glaube ich zumindest!
Ich bin allerdings kein Kaktus,
wenngleich man darüber durchaus diskutieren kann,
aber nicht jetzt!
Tatsache ist, dass ich mich aber Dank genetischer Bevorzugung
& evolutionärer Sonderbehandlung
ganz vortrefflich an mich selber angepaßt habe,
zumindest meistens.
Wie auch immer & überall,
streng wissenschaftlich betrachtet
ist dieser oben präsentierte charismatische Grenzfall
eher ein Fall als eine Grenze, 
lebensunfähig so weit das Auge reicht,
woraus ich den katastrophalen Schluß ziehe,
ohne deswegen jetzt gleich mit dem Unfug Schluß zu machen, 
dass es sich voraussichtlich & mit allem Nachdruck rückblickend 
um ein Kunstwerk handeln muß,
ein schwer verkäufliches allerdings, 
denn ich müßte mich quasi mitverkaufen,
wer sonst wüßte, wie Zorros ausgedientes verwickeltes Lasso
zu einem trendigen Accessoire für gehobene Ansprüche 
& ausschließlich für Frauen zwischen 50 & 100 (Jahren)
umfunktioniert werden kann, und ehrlichgesagt, 
ich weiß es auch nicht so genau!
Wieder ein schlagender Beweis,
dass es sich hier um Kunst handeln muss!
Oder so etwas ähnliches.

Titelinspiration aus dem Skizzenbuch
Z wie Zorro als er vor dem Spiegel übte

Wer bis jetzt noch nicht begriffen hat,
wo er/sie sich geografisch betrachtet hinverirrt hat
und vor allem wegen der recht einseitigen kühlen Farbgestaltung
zu Irritationsgefühlen in der analytischen Hirnhälfte neigt
(zur Beruhigung: wir sind nicht auf einen Eisberg aufgefahren)
dem kann hiermit leicht geholfen werden!
Wer keinen Tequila zum Aufheizen vorrätig hat,
der stelle sich dessen unterstützende Wirkung einfach vor!